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Kindergeld und Kinderfreibetrag — Was passt zu Ihrer Familie?

Die Günstigerprüfung erklärt: Wie das Finanzamt automatisch berechnet, welche Option Ihrer Familie mehr Steuern spart — und warum Sie den Prozess verstehen sollten.

7 min Lesedauer Anfänger März 2026
Katrin Müller-Becker, Senior Expert für Familienförderung

Katrin Müller-Becker

Senior Expert für Familienförderung und Steuerplanung

14 Jahren Erfahrung in Familienförderung und Steuerplanung, spezialisiert auf Kindergeld-, Elterngeld- und Bildungspaketoptimierung.

Die automatische Günstigerprüfung verstehen

Eltern mit Kindern haben zwei Möglichkeiten: Das Kindergeld erhalten oder den Kinderfreibetrag in der Steuererklärung nutzen. Das klingt erst mal verwirrend. Aber hier’s die gute Nachricht — Sie müssen sich nicht selbst entscheiden. Das Finanzamt macht das automatisch.

Die sogenannte Günstigerprüfung prüft beide Varianten und wählt die Option, die Ihrer Familie wirtschaftlich besser hilft. Das passiert automatisch bei der Veranlagung. Sie brauchen dafür nichts Besonderes zu tun — nur Kindergeld beantragen und die Steuererklärung abgeben.

Das Wichtigste: Sie erhalten die beste Option automatisch. Das Finanzamt vergleicht immer, welche Variante Ihnen mehr Geld bringt — Kindergeld oder Steuervorteil.

Eltern mit zwei Kindern am Esstisch, die gemeinsam Dokumente durchschauen
Finanzamt-Mitarbeiter arbeitet an Computer mit Steuerdaten und Kindergeld-Unterlagen

So funktioniert die Günstigerprüfung

Das Finanzamt rechnet zwei Szenarien durch. Szenario A: Sie behalten das Kindergeld (2024: 250 Euro pro Kind und Monat). Szenario B: Sie nutzen stattdessen den Kinderfreibetrag in Ihrer Einkommensteuer.

Welche Option ist besser? Das hängt von Ihrem Einkommen ab. Höheres Einkommen bedeutet oft höherer Steuersatz — da hilft der Kinderfreibetrag mehr. Geringeres Einkommen? Dann ist das monatliche Kindergeld häufig die bessere Wahl.

Das Besondere: Sie müssen das nicht selbst ausrechnen. Das Finanzamt macht’s. Und Sie bekommen automatisch das Ergebnis, das Ihnen mehr hilft. Kein Papierkram, keine komplizierten Anträge nötig.

Hinweis zur Informationspflicht

Dieser Artikel bietet Informationen zu Kindergeld und Kinderfreibetrag und ersetzt keine persönliche Steuerberatung. Die Günstigerprüfung ist ein automatischer Prozess des Finanzamtes — die genaue Berechnung hängt von Ihren individuellen Umständen ab. Bei Fragen zu Ihrer persönlichen Situation empfehlen wir, einen Steuerberater oder die Familienkasse zu kontaktieren.

Zahlen, die Sie kennen sollten

Kindergeld 2024: 250 Euro pro Kind im Monat. Das ist eine feste Leistung, unabhängig von Ihrem Einkommen. Der Kinderfreibetrag? Das ist 2024 ein Freibetrag von insgesamt 8.952 Euro pro Kind im Jahr — das heißt, diese Einkommensanteile sind steuerfrei.

Für wen lohnt sich welche Option? Das hängt vom Grenzsteuersatz ab. Wenn Ihr Grenzsteuersatz unter etwa 8% liegt, ist das Kindergeld meist besser. Höhere Sätze? Dann kann der Kinderfreibetrag wirtschaftlicher sein. Aber eben: Das Finanzamt rechnet das aus.

Ein konkretes Beispiel: Familie mit zwei Kindern, Eltern verdienen zusammen 70.000 Euro brutto. Das Kindergeld (6.000 Euro pro Jahr) ist für sie oft vorteilhafter als der Steuervorteil durch den Freibetrag. Aber jede Familie ist unterschiedlich — genau deswegen macht die Günstigerprüfung Sinn.

Eltern und zwei Schulkinder sitzen am Esstisch, Unterlagen und Taschenrechner sichtbar

Der Weg zur richtigen Entscheidung

1

Kindergeld beantragen

Machen Sie’s einfach: Füllen Sie den Kindergeldantrag aus und reichen ihn bei der Familienkasse ein. Das Kindergeld wird monatlich auf Ihr Konto überwiesen — das ist die Standardlösung für die meisten Familien.

2

Steuererklärung einreichen

Geben Sie Ihre Steuererklärung ab — wie jedes Jahr. Das Kindergeld müssen Sie dort angeben. Das Finanzamt sieht dann: Sie haben Kindergeld bekommen und prüft automatisch, ob der Kinderfreibetrag besser gewesen wäre.

3

Automatische Prüfung

Das Finanzamt vergleicht beide Optionen und wählt automatisch die bessere. Sie erhalten dann entweder das Kindergeld oder einen zusätzlichen Steuervorteil — was Ihnen mehr bringt.

4

Ihr Vorteil auswählen

Sie zahlen Steuern — und das Finanzamt berücksichtigt die beste Option. Der Prozess ist abgeschlossen. Sie bekommen die optimale Unterstützung, ohne selbst rechnen zu müssen.

Mutter mit Sohn schaut auf Laptop-Bildschirm, Online-Banking oder Steuersoftware sichtbar

Besonderheiten und Ausnahmefälle

Es gibt Situationen, wo Sie selbst handeln müssen. Wenn Sie beispielsweise Einkünfte nur aus Kapitalvermögen haben oder wenn Ihre Einkünfte sehr gering sind — dann kann die Günstigerprüfung zu anderen Ergebnissen führen. In solchen Fällen empfiehlt sich eine individuelle Beratung.

Noch wichtig: Die Günstigerprüfung berücksichtigt nicht automatisch andere Freibeträge oder Besonderheiten. Wenn Sie beispielsweise Grundfreibetrag-Anpassungen haben oder in speziellen Lebenssituationen sind, kann eine Steuerberatung helfen.

Das System funktioniert für die überwiegende Mehrheit aller Familien automatisch und zuverlässig. Und genau das macht’s so praktisch: Sie kümmern sich um Ihre Familie, das Finanzamt um die Berechnung.

Fazit: Vertrauen Sie dem System

Die Günstigerprüfung ist ein intelligentes System. Sie müssen nicht selbst entscheiden, ob Kindergeld oder Kinderfreibetrag besser für Ihre Familie ist. Das Finanzamt macht’s automatisch — und wählt immer die Option, die Ihnen wirtschaftlich hilft.

Was Sie tun sollten: Kindergeld beantragen, Steuererklärung einreichen, fertig. Der Rest läuft automatisch ab. Und wenn Sie unsicher sind oder eine spezielle Situation haben, zögern Sie nicht, einen Steuerberater zu kontaktieren.